Trani

Kathedrale von Trani

Trani entwickelte sich im Mittelalter zu einer der wichtigsten Hafenstädte Süditaliens und gerade während der Kreuzzüge brachen viele Pilger und Kreuzfahrer von hier ins Heilige Land auf. Vor allem unter den Normannen und Staufern prägte sich das heutige Bild der Altstadt mit ihren zahlreichen teils spektakulären Bauwerken. Als Mitglied der Gruppe Cittàslow für ein entspannteres und entschleunigten Stadtleben haben bewusste Umwelt- und Infrastrukturpolitik auch für eine Aufwertung der Lebensqualität in der Innenstadt gesorgt.

Impressionen aus dem Stadtpark

Gerade wenn man durch den Stadtpark (die Villa Comunale) schlendert, kann man auch als Tourist die positiven Auswirkungen dieser Politik in Trani erleben. Brunnen, Blumenbeete und viele Sitzgelegenheiten unter Bäumen mit Blick aufs Meer laden zum längeren Verweilen ein. Vor allem wird der Park auch von den Einheimischen genutzt und ist damit keine leeres Symbol, sondern belebtes Zeichen für das Miteinander in Trani.

Das Castello Svevo

Auch in Trani gibt es, wegen seiner wirtschaftlich wichtigen Rolle während des Mittelalters, natürlich ein Castell der Staufer. Wo gibt es das in Apulien nicht…? Die „Schwabenburg“ wurde unter Kaiser Friedrich II. 1233 bis 1249 errichtet und sein Sohn Manfred heiratete hier seine zweite Ehefrau Helena Angelina Dukas (Tochter des Archon von Epirus und Ätolien). Unter den Anjou wurde die Burg wegen der neuen Möglichkeiten der Waffentechnik (Kanonen etc.) deutlich ausgebaut und befestigt.

Das architektonische Highlight Tranis ist aber zweifellos die Kathedrale San Nicola Pellegrino. Ab 1097 in fast hundert Jahren Bauzeit (Da können wir in Berlin am BER noch laaange bauen) unter den Normannen errichtet, fasziniert dieser direkt am Meer gelegene Bau bis heute. Da es sich eigentlich um zwei Kirchen handelt (sog. Doppelkirche wie die Basilika San Francesco in Assisi) ist das Eingangsportal an der Hauptfassade nur über einen Treppenaufgang zu erreichen.

Die ganze Architektur ist vor allem auf Höhenwirkung ausgerichtet, was man speziell auf der Rückseite erkennen kann, wo die Mittelapsis bis zum Dach des Querhauses hochgezogen wurde. Auch die hohen Arkadenreihen an den Seiten der Kirche unterstützen diese Architektur.

Im Inneren ist vor allem das Bronzeportal von 1175 zu erwähnen, das ursprünglich natürlich außen angebracht war, zum Schutz aber in die Kirche verlegt wurde. Die Darstellungen in Reliefform sind noch relativ gut erhalten geblieben und Ausdruck der hohen Kunstfertigkeit des Bildhauers Barisanus von Trani. Auch das Bronzeportal des mit Abstand prachtvollsten Kirchenbaus der Normannen (Dom von Monreale auf Sizilien) stammt von ihm.

Von dem ursprünglich existierenden Freskenschmuck und dem Bodenmosaik sind leider nur noch Reste des Mosaiks im Chorraum erhalten geblieben und in Krypta und Unterkirche einige wenige Freskenreste.

Insgesamt ist die Kathedrale von Trani in meinen Augen die schönste der normannischen Kirchen Apuliens, da ihre Architektur und Lage direkt am Meer ein Gesamtensemble bieten, wie es keine andere Kirche dieser Zeit in Apulien vergleichbar besitzt.

Hafen von Trani

Am Hafen von Trani locken viele Restaurants mit frischem Fisch und einer relativ ruhigen Lage mit teils hervorragendem Blick auf die Kathedrale. Frisch gestärkt bietet sich ein Rundgang durch die Altstadt an, bei dem man einen Blick auf die mittelalterliche Synagoge, den Torre dell’Orologio (Uhrenturm) und den Palazzo Caccetta aus der Spätgotik werfen sollte.

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