Egnazia

Blick über das Forum von Gnathia/Egnazia

Die Ausgrabungsstätte von Egnazia liegt am Meer in der Nähe der apulischen Stadt Fassano bzw. dem Vorort Savelletri di Fassano.

Egnazias Blütezeit begann während des 4. und 3. Jahrhunderts v. Chr., als der Ort, der seit der Bronzezeit besiedelt war, städtisch ausgebaut wurde. Waren es zunächst Peuketier und Messapier, die hier lebten, entwickelte sich die Stadt in der frühen Kaiserzeit zu einer wichtigen Station von Rom kommend nach Brindisi, dem wichtigsten Hafen für die Überfahrt nach Griechenland. Nach der Zerstörung der Ortes unter den Ostgoten König Totilas (Erinnerungen an Felix Dahns „Kampf um Rom“ werden wach), begann man ab den 1912er Jahren mit der archäologischen Erschließung des Areals. Von der noch im Mittelalter bis ins 10. Jahrhundert nachweisbaren Besiedlung ist allerdings so gut wie nichts erhalten geblieben.

Noch heute durchziehen die gut erhaltenen Reste der Via Traiana das römische Zentrum Egnazias. Die beiderseits der Straße erkennbare Bebauung (Forum, Geschäfte etc.) zeugt auch heute noch von der zentralen Rolle, die die Via Traiana im städtischen Leben der damaligen Zeit eingenommen hat. Im an die Ausgrabungsstätte angeschlossenen Museum bekommt man einen guten Überblick über die Fundstücke dieser Zeit und kann anhand von Luftbildern und Kartenmaterial die Ausdehnung und Entwicklung der Stadt im Lauf der Jahrhunderte nachvollziehen.

Ein besonderes Highlight ist die Nekropole von Egnazia mit ihren unterirdischen Grabkammern. Die reichen Grabbeigaben und die aufwendige Ausgestaltung der Kammern mit Malereien zeugen noch heute vom Wohlstand der Menschen während der vorrömischen Epoche (Messapier-Zeit). Die in den Gräbern gefundenen Keramiken gelten sogar als so einzigartig, dass sie einen eigenen Namen geprägt haben: die Egnazia-Keramik.

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