Bari

Castello di Bari

Die Hauptstadt Apuliens ist bereits seit der Bronzezeit besiedelt gewesen. Nach Ende des Weströmischen Reiches wechselten sich die Besitzer immer wieder ab; Byzantiner, Sarazenen, Langobarden oder Karolinger. Erst mit der Eroberung Baris durch Robert Guiscard 1071 endete endgültig die Zeit der Byzantiner und die Ära der Normannen begann, deren Spuren man heute noch prominent in der Stadt sehen kann. Eine Blütephase erlebte Bari unter dem Staufer Friedrich II., mit seinem Nachfolger Karl von Anjou begannn dann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt.

Beispiele des Figurenschmucks im Castello Svevo

Die Altstadt dominiert das Castello Svevo (Schwabenburg), das unter den Normannen 1131-32 auf den Mauern einer älteren, byzantinischen Anlage erbaut wurde. Ab 1233 wurden unter dem Staufer Friedrich II. umfangreiche Umbaumaßnahmen durchgeführt. Ein Wassergraben, äußere Wehranlagen und zwei polygone Türme wurden errichtet, Säulen und Torbögen erhielten einen reichen Figurenschmuck, den maurische Steinmetze anfertigten. Aus dieser Zeit datiert auch der Name Castello Svevo.

Besonders zwei Kirchen prägen die Altstadt von Bari, eine davon ist Santa Sabina. In der Zeit des letzten normannischen Königs von Sizilien 1170-1178 errichtet, ist Santa Sabina eine typische Kirche der Normannenzeit. Ein monumentaler, fast festungsartiger Bau und eine relativ schlichte Innengestaltung sowie eine prachtvolle Fensterrose am Hauptportal dominieren das Bauwerk. Vor allem der Bischofsstuhl von 1098 und das rekonstruierte normannische Ziborium im Inneren sind sehr sehenswert. Die Krypta wurde leider barockisiert, einige mittelalterliche Fresken sind aber trotzdem erhalten geblieben.

Die zweite große Kirche der Altstadt ist die noch monumentalere und wirklich wie eine Burg wirkende Basilika San Nicola. Als eine der ersten großen Normannenkirchen Apuliens wurde sie 1087-1106 errichtet um den Gebeinen des Heiligen Nikolaus von Myra eine würdige Grablege zu sein. Seefahrern aus Bari war damit einer der bedeutendsten Reliquiendiebstähle des Mittelalters gelungen, lag der Heilige doch eigentlich in der gleichnamigen Kirche von Demre in der heutigen Türkei.

San Nicola in Bari ist heute eine päpstliche Basilica und bedeutendes Pilgerziel für römisch-katholische wie orthodoxe Christen. Krypta und Presbyterium sind mit prachtvollen Mosaiken geschmückt, das Ziborium zählt zu den ältesten erhaltenen der Region und in der Krypta befindet sich das Grabmal des Heiligen Nikolaus. Als wir die Kathedrale besuchen wollten, fand eine Beerdigung statt, weswegen ich es pietätlos gefunden hätte, im Inneren zu fotografieren.

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