Glurns

Das Tauferer Tor

Glurns ist die mit Abstand kleinste historische Stadt der ehemaligen Grafschaft Tirol, deren Charme aber bis heute erhalten geblieben ist. Ursprünglich als gräflicher Gegenpol gegen das bischöflich-churische Mals errichtet (eine erste Nennung liegt 1178 vor, 1290 wurde Glurns zum Marktort und zwischen diesem Datum und 1304 erfolgte die Erhebung zur Stadt), entwickelte sich Glurns schnell zu einem wichtigen Handelsort, liegt die Stadt doch ideal an mehreren wichtigen Verkehrsrouten der damaligen Zeit. Einmal kommt von Taufers der Verkehr des Ofenpasses und damit die wichtigste Verbindung nach Chur (dessen Bischof damals große Teile des Oberen Vinschgaus besaß) und entlang der Etsch, an deren Ufer Glurns steht, verläuft die Via Claudia über den Reschenpass ins Oberinntal.

Gegenüber des Tauferer Tors steht St. Pankratius

Wir hatten bei unseren Besuchen das Auto einmal vor dem Tauferer Tor geparkt, einmal direkt auf der anderen Seite der Stadt vor dem östlichen Tor. Am Tauferer Tor bietet sich ein kurzer Besuch der bereits seit 1227 nachweisbaren St. Pankratius Kirche an, deren heutige Form in der Spätgotik um 1481 entstand. Vor allem das Fresko eines Jüngsten Gerichtes von 1496 ist sehenswert.

Der Stadtplatz von Glurns

Da die Bedeutung der Stadt mit der von kaiserlichen Truppen gegen das Heer der Drei Bünde (Teil der späteren Eidgenossenschaft, v.a. im Gebiet des heutigen Graubünden) verlorenen Calvenschlacht 1499 rapide zurückging, hat sich das überwiegend mittelalterliche Stadtbild bis heute konserviert. Nicht nur der Stadtplatz, sondern nahezu die gesamte Altstadt wirken heute wie ein Bilderbuch des Tiroler Mittelalters. Zwar wurde die Stadtmauer nach der Zerstörung Glurns in der Folge der Calvenschlacht bis 1530 wieder aufgebaut, an seine ehemalige Bedeutung konnte die Stadt aber nie wieder anknüpfen.

So verfiel die Stadt in den folgenden Jahrhunderten zusehends, wurde mehrfach geplündert, überschwemmt oder brannte ab, sodass Mitte des 20. Jahrhunderts die Stadt dem Verfall preisgegeben war. Erst ab den 1970er Jahren wurde das malerische Stadtbild durch Mitwirkung mehrerer Universitäten und Hochschulen restauriert und saniert. Durch den in dieser Zeit zunehmenden Tourismus gelang es Glurns neue Einnahmequellen zu eröffnen und somit diesen Kleinod dauerhaft zu erhalten und als auch für die Bewohner lebenswerten Ort zu revitalisieren.

Der gesamte Ort ist wegen seiner geringen Größe bequem in maximal einer Stunde zu besichtigen und lässt sich daher ideal mit einem Besuch von Mals, den romanischen Kirchen des Vinschgaus oder einem Ausflug zum UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Müstair am Ofenpass verbinden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: