Kloster Marienberg

Kloster Marienberg

Oberhalb von Burgeis im Vinschgau erhebt sich mit Kloster Marienberg eine der bedeutendsten Klosteranlagen Südtirols. 1146 wurde das ursprünglich im Oberengadin von dem churrätischen Edelfreiengeschlecht derer von Tarasp in der Nähe der gleichnamigen Burg Tarasp gegründete Kloster an seinen heutigen Standort umgesiedelt. Damit begann auch der wirtschaftliche Aufschwung des Klosters, befand es sich doch nun, ähnlich wie später Glurns, am Schnittpunkt von Ofen- und Reschenpass.

Bereits aus Urkunden um 1178 lässt sich nachvollziehen, dass der Besitz des Klosters enorm gewachsen war und sogar vom damaligen Papst Alexander III. bestätigt wurde, was eine zusätzliche Legitimation für das Kloster und deren Gründer, die Herren von Tarasp, bedeutete. Um 1260 erstreckte sich der Besitz des Klosters bis ins Etschtal, mit Nachweisen aus Algund und Hafling.

Dieser rasche Aufstieg und der damit einhergehende Wohlstand des Klosters ließ hier einen Kunstschatz von europäischem Rang entstehen.

Während die oberirdische Klosterkirche von Marienberg leider völlig barockisiert wurde und daher in meinen Augen nicht mehr sonderlich schön anzusehen ist, versteckt sich der eigentliche Schatz des Klosters in der Krypta des Vorgängerbaus. Zwischen 1175 und 1180 entstand dort ein romanischer Freskenzyklus, von dem ich wegen dem strikten Fotografierverbot leider keine Bilder zeigen darf/kann (daher Beispiele hier), der zum bedeutendsten zählt, was der gesamte Alpenraum zu bieten hat.

Nachdem erste Reste der Malerei 1887 wiederentdeckt wurden, entfernte man 1980 die barocken Überformungen und legte den gesamten, sehr gut erhaltenen Freskenzyklus wieder frei. Das Alter der Ausmalung legt nahe, dass die Fresken ursprünglich die Vorbilder für eine ganze Reihe an weiteren Kirchenfresken in Südtirol waren. Beispiele hierfür wären St. Nikolaus in Burgeis, St. Margarethen in Lana, die Burgkapelle von Hocheppan, St. Jakob in Kastelaz in Tramin oder San Romedio im Nonstal.

Wer sich für romanische Kunst interessiert, muss diese Fresken gesehen haben und die fachkundigen Führungen des Klosters erschließen erst die ganzen Metaebenen der Ausmalung, wie Bedeutung von Farben, Gewandung etc.

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