St. Peter Mistail/ Julierpass

Die Kirche von St. Peter in Mistail

Die ehemalige Klosterkirche St. Peter Mistail liegt auf einem kleinen Plateau oberhalb der Albulaschlucht, in der Nähe von Tiefencastel. Die Gründung des Klosters vermutet man für die Zeit um 800, dreihundertfünfzig Jahre später, 1154 wurde es bereits wieder aufgelöst. Die Saalkirche selbst wurde ebenfalls um 800 erbaut und weist die selbe dreiapsidige Bauform wie das zeitgleich entstandene Kloster St. Johann in Müstair auf.

St. Peter ist zudem die einzige nicht nachträglich veränderte Kirche dieser Zeit in der Schweiz, weswegen sich das Innere der Kirche noch nahezu genauso präsentiert wie dem Betrachter vor 1200 Jahren. Neben den drei karolingischen Blockaltären der Apsiden wurden in den 1970er Jahren auch die karolingischen Fresken wieder freigelegt. Deren Reste finden sich in der gesamten Kirche verteilt.

Die Mittelapsis wurde im 15. Jhd. neu ausgemalt und zeigt Christus in der Mandorla mit den Symbolen der vier Evangelisten, darunter die 12 Apostel. Im untersten Band sind der Heilige Georg, ein Ritterheiliger und die Anbetung der Hlg. drei Könige zu sehen. Die drei Bilder an der Norwand stammen aus dem 14. Jahrhundert und wurden von einem künstlerisch nicht sonderlich begabten Maler gefertigt.

Nach dem Besuch von St. Peter in Mistail ist eine Weiterfahrt über die landschaftlich beeindruckende Julierpassstrecke zu empfehlen. Über die Ortschaft Bivio (Zweiweg, da sich hier der Julier und der Septimer trennen), erreicht man die Passhöhe auf 2284 m Höhe.

Auf der Passhöhe mit Blick zurück Richtung Bivio

Trotz seiner Höhe wurde der Julierpass bereits seit ca. 1000 v. Chr. benutzt, zur Zeit der Römer fand das erste Mal eine wirklich dauerhafte und regelmäßige Nutzung statt. Gerade im Sommer kann man daher auf der Passhöhe römische Säulen sehen, die zu einem antiken Heiligtum gehörten. Selten fühlt man sich als Mensch auch so klein, wenn man sich, umgeben von mehr als 3000m hohen Bergen, mitten im Hochgebirge befindet.

Einmündung des Julierpasses ins Oberengadin bei Silvaplana

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