Skifahren im Oberengadin

Blick auf die Oberengadiner Seen

An aller erster Stelle bin ich meinen Eltern zu großem Dank verpflichtet, die es mir ermöglicht haben, diese außergewöhnliche Skiregion rund um St. Moritz erleben zu dürfen. Nicht nur, dass während der Skisaison die Unterkünfte enorm teuer sind (und ich spreche hier nicht von den Luxushotels in St. Moritz oder Pontresina, sonderen von einfachen Ferienwohnungen), auch die normale Tageskarte etwa für den Piz Corvatsch liegt zwischen 74 und 85 Schweizer Franken. Das Abo für 10 Tage schlägt mit 690 Schweizer Franken zu Buche (Stand Januar 2020), dafür darf man aber im gesamten Oberengadin jedes der Skigebiete und kostenlos die Postbusse nutzen.

Dafür kann man in den 4 großen Skigebieten Corvatsch/Sils Furtschellas, Corviglia/Piz Nair, Diavolezza und Lagalb auf über 200 Pistenkilometern nicht nur unendlich viel Zeit auf unterschiedlichen Pisten verbringen, sondern auch ein grandioses Alpenpanorama mit über 4000m hohen Bergen genießen.

Auch der Ausblick von den Gipfelstationen und während der Abfahrt des Hahnensees (schwarze Piste) nach St. Moritz sind beeindruckend. Zudem ist die Region relativ schneesicher, da bereits die Ortschaften im Tal auf über 1800m liegen, trotzdem wird auch hier alles beschneit und der Lärm des Après Ski ist leider nicht zu überhören. Mit dieser, in meinen Augen, absoluten Unsitte der Rundumbeschallung bei gleichzeitig hohen Alkoholpegeln muss man heute wohl leider überall rechnen. Trotz der Preise sind auch die unangenehmen Seiten des Wintersports nicht spurlos am Oberengadin vorbeigegangen. St. Moritz selbst ist der Ort der Reichen und Möchtegernschönen, die sich auch gerne per Heli auf den Berg fliegen lassen, um nicht mit dem „Normalvolk“ die Gondeln nützen zu müssen. Hier wird dann auch Pelz getragen und bei den Preisen der Schaufenster von Cartier, Rolex etc. können ganze Familien ein Jahr lang gut leben.

Wenn man all dem entgehen möchte, sollte man mit dem Auto oder per Postbus zum Skigebiet Diavolezza/Lagalb fahren und die Abfahrt über den Morteratschgletscher nehmen. Diese ist allerdings nur für geübte Skifahrer zu empfehlen, da sie nicht präpariert wird und teils sehr steil ist. Auch das Verlassen der markierten Strecke sollte bei fehlender Ortskenntnis wegen Lebensgefahr tunlichst vermieden werden.

Blick über den Morteratschgletscher

Selten habe ich mich selbst so ergriffen von der Größe und Einzigartigkeit der Natur gefühlt, wie hier auf dem Gletscher umgeben von knapp 4000 Meter hohen Bergen. Wie man auf dem Bild aber leider sehen kann, hat der Gletscher seit 1900 knapp 2,5 Km an Länge verloren und selbst ich konnte in meiner Lebenszeit einen sichtbaren Rückgang erkennen. Trotzdem ist es noch der volumenstärkste Gletscher der Ostalpen und hat knap 6,4 Km Länge. Umgeben ist er u.a. vom Piz Palü 3900m, dem Piz Zupò 3996m, dem Piz Argient 3945m und dem Piz Bernina mit 4049m.

Blick auf die umgebenden Gipfel

Wenn man Glück hat kann man während man der Piste folgt beeindruckende Eiswülste, Höhlen und Wände aus grünem Eis sehen, deren Größe man erst wirklich nachempfinden kann, wenn ein Mensch als Vergleichsgröße davorsteht.

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