Havelberg

Blick über Havelberg

Die Hansestadt Havelberg war der nördlichste Punkt unserer Rundfahrt auf der Straße der Romanik. Unter Heinrich I. wurde die Region um Havelberg, in der bislang slawische Volksstämme lebten, erobert und sein Sohn Otto I. gründete wahrscheinlich 948 das Bistum Havelberg. Um 983 gelang es den Slawen Havelberg zurückzuerobern und erst 150 Jahre später, um 1130 sollte die Region endgültig zu einem Teil des Heiligen Römischen Reiches werden. Seit 1359 war Havelberg, wie fast alle Städte der Region, Mitglied der Hanse und um 1555 dürften nicht mehr als 1000 Menschen in der Stadt gelebt haben.

Die Altstadt Havelbergs liegt auf einer kleinen Insel in der Havel, die kurz hinter der Stadt in die Elbe mündet. Als wir die Stadt besucht haben war absolut tote Hose und man kam sich fast vor wie in einer Geisterstadt. Neben einigen schönen Kapitänshäusern, dem Beguinenhaus und Fachwerkhäusern ist vor allem die St. Laurentius-Kirche einen Blick wert, die allerdings leider während unserem Aufenthalt geschlossen hatte. Sie gilt trotz ihrer Umbauten als typischen Beispiel für die märkische Backsteingotik.

Das eigentliche Highlight Havelbergs ist aber aus kunsthistorischer Sicht zweifellos der Dom St. Marien. Die ehemalige Kathedrale des Bistums Havelberg wurde nach einen schweren Brand zwischen 1279 und 1330 im Stile der Gotik umgebaut. Anschließend an die Kirche sind noch der Konventsbau am Ostflügel aus dem 12. Jahrhundert und der aus dem 13. Jahrhundert stammende Refekturbau erhalten geblieben. Seine besondere architekturgeschichtliche Bedeutung verdankt die Kirche dem Westbau, der mit seiner völlig ornamentlosen, wuchtigen Form als fensterloser Block die entschiedenste Verwirklichung des sog. Sächsischen Westriegels in der deutschen Baukunst darstellt.

Das Kircheninnere zeigt sich als dreischiffige Basilika mit Kreuzrippengewölbe. Der Lettner und die seitlichen Chorschranken entstanden um 1400 und waren bei unserem Besuch leider in Teilen eingerüstet. Das aus Eichenholz gefertigte Chorgestühl stammt aus der Zeit um 1300. Die Buntglasfenster, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen, datieren aus dem frühen 15. Jahrhundert und sind wirklich beeindruckend. Hinter dem Dom findet sich im kleinen Park immer wieder ein Uhu ein, der, wie uns die nette Dame an der Kasse erzählt hat, eine der Hauptattraktionen Havelbergs geworden ist. Bis aus Berlin kämen Menschen extra seinetwegen hergefahren.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: