Freyburg

Schloss Neuenburg oberhalb von Freyburg

Knapp 7 Kilometer nördlich von Naumburg, inmitten des Weingebietes Saale-Unstrut, liegt die Ortschaft Freyburg, aus der auch der Rotkäppchen-Sekt stammt. Oberhalb des Ortes liegt die Neuenburg, die die größte und eine der wichtigsten Burganlagen der Landgrafen von Thüringen war. Sie unterteilt sich in eine Vor- und eine Hauptburganlage und stammt in den ältesten Bauabschnitten vom Ende des 11. bzw. aus dem frühen 12. Jahrhundert. In der Vorburg befindet sich auch die Schlossbrennerei, die ganz hervorragende Tropfen bietet, u.a. haben wir selbst den Gin und einen Apfelbrand mitgenommen.

Noch vor der Kernburg steht der weithin sichtbare Bergfried, der sog. Dicke Wilhelm. Dieser Name stammt allerdings erst aus dem 20. Jahrhundert, während der Turm selbst bereits im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Bis in den Vorhof der Kernburg kommt man kostenfrei, für die zentralen Gebäude, die Museen und vor allem die grandiose romanische Burgkapelle, muss man Eintritt zahlen. Jedem Burgen- und/oder Romanikliebhaber kann ich dies aber nur wärmstens empfehlen.

Die Doppelkapelle der Neuenburg entstand im 12. Jahrhundert und ist auf zwei Ebenen angelegt worden. Im unteren Bereich liegt die eigentliche Kapelle und ein Stockwerk darüber die wohl dem Landgrafenpaar vorbehaltene zweite Kapelle, die über eine Fußbodenöffnung Sicht- und Höhrkontakt zur unteren Kapelle herstellte. Das vierfache Kreuzgratgewölbe wurde erst 1220/30 eingebaut und erinnert an vergleichbare Zackenbögen aus St. Andreas in Köln und könnte auf maurischen Einflüssen basieren. Der Restaurator Ferdinand von Quast (Restaurierung erfolgte 1842-55) nannte sie das „Vollendetste, was wir vielleicht aus der ganzen Ornamentik des Mittelalters besitzen.“

Rathaus von Freyburg mit Neuenburg im Hintergrund

Nach Besichtigung der Neuenburg sollte man auch einen kurzen Abstecher in den am Fuß des Burgbergs gelegenen Winzerort Freyburg unternehmen. Hier lohnt vor allem die Besichtigung der Stadtkirche St. Marien, die wegen ihrer Ähnlichkeit zum Naumburger Dom als „Klein-Naumburg“ gilt.

Die spätromanische Stadtkirche St. Marien entstand zeitgleich zum Naumburger Dom im 13. Jahrhundert und wurde während des 15. Jahrhunderts teilweise umgebaut. Das Spätgotische Hallenlanghaus sowie der Chorbereich sind die prägendsten Bestandteile des Umbaus, die Ähnlichkeiten zum Naumburger Dom bleiben aber trotzdem sichtbar. An der Westfassade kann man noch ein romanisches Tympanon mit einer Darstellung der thronenden Muttergottes mit dem Jesuskind, flankiert von Engeln mit Weihrauchfässern, sehen.

Der Altar stammt aus der Zeit um 1500 und zählt zu den hochwertigsten Arbeiten dieser Zeit im ehemals Thüringer Raum. Neben der zentralen Marienkrönung sind weitere Szenen der Mariengeschichte auf den Altarflügeln zu sehen (Verkündigung-Heimsuchung-Geburt Christi-Marientod).

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