Klöster Drübeck und Ilsenburg

Klosterkirche St. Vitus in Drübeck

Nur wenige Kilometer von Wernigerode entfernt liegen die Klöster Drübeck und Ilsenburg in fast unmittelbarer Nähe zueinander. Obschon Teil der Straße der Romanik, verirren sich hier eher seltener Touristen hin. Das Nonnenkloster von Drübeck existiert seit dem Jahre 960 und schon 20 Jahre später lässt sich nachweisen, dass das Kloster über einen vergleichbaren Status verfügte, wie die Reichsabteien von Gandersheim und Quedlinburg. Während der Reformation erlosch kurzzeitig das Klosterleben und seit 1976 existiert auch kein evangelisches Damenstift mehr. Neben Gernrode gilt Drübeck als einer der wichtigsten Sakralbauten aus der frühen Ottonenzeit.

Nutzpflanzengarten des Klosters Drübeck

Um die Klosterkirche herum wurden unterschiedliche Gartenanlagen gestaltet, die heute Teil des Tourismusprojekts „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ sind.

Ein Großteil der heute zu besichtigenden Kirche stammt aus zwei Bauphasen. Die Mittelschiffwände mit ottonischen Säulen sowie der Südarm des Querhauses stammen aus der Zeit Heinrichs II. und wurden ab 1004 errichtet. Im 12. Jahrhundert schließlich wurden der Westriegel mit seinen beiden monumentalen Türmen, das Kirchengewölbe sowie die gestaffelte Choranlage gebaut. Der Altar von Kloster Drübeck stammt aus der Spätgotik (wahrscheinlich 15. Jahrhundert). Ein besonders sehenswerter Bereich ist die erst im 20. Jahrhundert wieder zur Hälfte freigelegte Krypta mit ihren für die frühe Ottonenzeit außergewöhnlich aufwendig gestalteten Säulenkapitellen. Hier kann man auch die angebliche Grabplatte der Äbtissin Adelbrin sehen, die als erste Leiterin des Klosters um 900 verstorben war.

Das ehemalige Benediktinerkloster Ilsenburg stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert und wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Bis ins 13. Jahrhundert entwickelte sich das Kloster zu einem der reichsten zwischen Weser und Elbe. Leider gingen auch hier die Bauernkriege 1525 nicht spurlos vorbei und große Teile des Klosterkomplexes sowie die Bibliothek gingen verloren. Im 17. Jahrhundert baute Graf Heinrich von Wernigerode das Kloster zum Witwensitz für seine Gemahlin Adriane um, später erfuhr es immer wieder wechselnde Nutzung. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage im neuromanischen Stil umgebaut, was in meinen Augen nicht unbedingt zur Aufwertung der Anlage geführt hat.

Von den Klostergebäuden ist heute wenig im Original erhalten geblieben. Das wieder hergerichtete und teilweise rekonstruierte Refektorium gibt aber einen guten Eindruck vom ehemaligen Wohlstand des Klosters und seiner Mönche. Persönlich sehr ansprechend fand ich das kleine Museum zur Straße der Romanik mit seinem großen Modelltisch. Wer noch unschlüssig ist, was man auf der Straße der Romanik besichtigen soll und z.B. sein festes Domizil in Wernigerode hat, kann sich hier inspirieren lassen und alle wichtigen Informationen sammeln.

Von der im 11. Jahrhundert erbauten Klosterkirche sind vor allem noch die wuchtigen Partien des Mittelschiffs erhalten geblieben. Eine fast einmalige Besonderheit ist der noch in Teilen erhaltene Gipsestrich als Sichtestrich des Fußbodens der Kirche der um 1200 entstand und zu den größten Kostbarkeiten romanischer Kunst im deutschsprachigen Raum gehört.

Auch in Kloster Ilsenburg gab es wieder mehr Nutztiere als Touristen, sodass man in völliger Ruhe das Klosterareal erkunden konnte und sich auch Zeit nehmen konnte die oben zu sehende Ziege mit den Früchten des Baumes an dem sie knabberte zu füttern. Der Blick auf die Wälder des Harzes wiederum war erschütternd, gab es doch im August 2019 gefühlt kaum einen Nadelbaum, der nicht völlig kahl die Trockenheit des Sommers bezeugte.

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