Das Ulrichsviertel

Unterhalb von St. Ulrich in der Peter-Kötzer Gasse

Das Ulrichsviertel befindet sich direkt unterhalb der gleichnamigen Basilika und zwischen Bäckergasse und Rotem Tor. Ähnlich wie das Lechviertel wird es vor allem von seinen schmalen Gassen, Kanälen und seinen historischen Handwerker- und Bürgerhäusern geprägt. Im Ulrichsviertel herrschen aber noch stärker mittelalterliche Strukturen und Formen vor, während das Lechviertel deutlich stärker von Renaissance-Formen geprägt wurde.

Noch direkt an St. Ulrich und Afra angrenzend, findet man die Reste der Godehardskapelle, deren Ursprünge evtl. auf die Zeit der Merowinger im späten 8. Jahrhundert zurückgehen könnten. Der heute noch erhaltene Bauteil stammt überwiegend aus der Zeit zwischen 950 und 1000 und ist damit eines der ältesten erhaltenen Bauwerke Augsburgs. Für Besucher leider unzugänglich erinnert der Bau heute noch an das früher deutlich weitläufiger bebaute Gelände des ehemaligen Klosters St. Ulrich und Afra, das im Zweiten Weltkrieg in weiten Teilen (so sie die Säkularisierung überlebt hatten), zerstört wurde.

Im Ulrichsviertel

Durch kleine und ruhige Gassen, die noch heute Heimat für einige kleine Inhabergführte Handwerksbetriebe und eine rege Kneipenkultur (zumindest noch in der Vor-Corona Zeit) sind, geht es weiter Richtung Rotes Tor, zu den wohl bekanntesten Objekten des Viertels.

Zum einen wäre hier das Kloster St. Margareth zu nennen, das ehemals von Dominikanerinnen, heute von der Priesterbruderschaft St. Petrus genutzt wird. Bereits im 13. Jahrhundert gestiftet, wurde der gotische Bau 1333 zerstört und ab 1521 von Grund auf neu errichtet. Während des Barocks erfolgte der letzte große Umbau, der vor allem der Klosterkirche auch ihre heutige Form gegeben hat. 1915 wurde dann der Bereich links der Kirche abgerissen und die heutige Straße und der Durchbruch über den Stadtgraben entstand. Wenn man sich nun rechts Richtung Rotes Tor wendet, erricht man eine der bekanntesten Institutionen Augsburgs.

Ein Heilig Geist Spital zu Augsburg ist seit 1150 urkundlich belegbar, aber bereits unter Bischof Ulrich 923-73 wurde ein erstes Spital, dessen Name nicht überliefert ist, errichtet. Während der heute noch existierende Gebäudekomplex von Elias Holl innerhalb der Stadtmauern 1623-31 errichtet wurde (also direkt nach dem Augsburger Rathaus), befand sich das mittelalterliche Spital wohl außerhalb der Stadtmauern, direkt gegenüber der Roten-Torwall-Straße.

Heute grenzen an das Spital mehrere Wassertürme, Kanäle und das Brunnenmeisterhaus an und in seinem Inneren hat die Augsburger Puppenkiste ihre Heimat gefunden. Die Puppenkiste entstand 1948 und ihre Geschichten von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer oder von Urmel aus dem Eis sind heute Teil der Kindheitserinnerungen von Millionen Menschen.

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