Unbekanntes Rom 1, Santa Pudenziana und Santa Prassede

Diese beiden Beiträge sollen sich mit den etwas unbekannteren Objekten, Kirchen oder Ausgrabungen Roms beschäftigen, die aber trotzdem absolut herausragende Kulturschätze sind. Leider hat sich auch in Rom ein, ich nenne es Instagram-Tourismus etabliert, der mehr darauf Wert legt, nur das eine Foto-Motiv, wie schon hundert Millionen Menschen vorher, eingefangen zu haben. Ein Rombesuch ohne schmerzverzerrtem Gesicht bei der Bocca della Verità, ohne Colloseum, ohne Blick durchs Schlüsselloch am Haus des Malteserordens oder beim Münzwurf an der Fontana di Trevi, scheint heute nicht mehr als erfolgreicher Rombesuch zu gelten. Dabei gibt es so viel, was man für römische Verhältnisse quasi alleine besichtigen kann, das aber in meinen Augen weit spannender ist als diese Instagram-Spots.

Auf den Spuren der Anfänge des Christentums in Rom kann man nicht nur unter Tage in den Katakomben Roms unterwegs sein, sondern auch über Tage. Auf dem Esquilin in direkter Nähe zu einer der vier Papstbasiliken Roms, Santa Maria Maggiore, liegen die Kirchen Santa Pudenziana und Santa Prassede.

Santa Pudenziana von Außen

Angeblich hat Petrus während seiner Zeit in Rom beim römischen Senator Pudens gewohnt und diesen und seine beiden Töchter Pudentiana und Praxedis zum Christentum bekehrt. Daher ließ Papst Siricius im 4. Jahrhundert nach Christus über dem Wohnhaus des Senators die Kirche Santa Pudenziana errichten. Durch spätere Umbauten und Erweiterungen im 14. sowie 19. Jahrhundert sind in erster Linie noch die Apsis und ihr Mosaikschmuck aus dem ursprünglichen Bau erhalten geblieben.

Apsismosaik von Santa Pudenziana

Das monumentale Mosaik zeigt Jesus mit seinen 12 Aposteln und wirkt dabei in meinen Augen in seiner künstlerischen Gestaltung fast modern, obwohl es aus dem 4. Jahrhundert stammt. Zu diesem Eindruck dürften aber sicherlich die Restaurierungen aus dem 16. Jahrhundert mit beitragen.

Die Apsis von Santa Prassede

Die Schwesterkirche von Santa Pudenziana ist in ihrer frühchristlichen Bauform nicht mehr erhalten, lediglich die Säulen mit korinthischen Kapitellen im Hof vor dem Haupteingang dürften vom Vorgängerbau der heutigen Kirche übrig geblieben sein. Die der zweiten Tochter des Pudens geweihte Kirche beherbergt bedeutende Mosaike aus dem 9. Jahrhundert nach Christus. Dies wären zum einen die Apsismosaiken deren thematische Kernaussagen sich mit der Wiederauferstehung und dem himmlischen Paradies beschäftigen. Zum zweiten wären die Mosaiken der San Zeno Kapelle zu nennen, in deren Innerem auch ein Teil der Säule steht, an der Jesus angeblich gegeißelt wurde.

Die Decke der Kapelle San Zeno in Santa Prassede

Vor lauter Blick nach oben sollte man aber nicht vergessen, wie in sehr vielen Kirchen Roms, auch einen Blick auf den Fußboden zu werfen. Diese fein gearbeiteten Marmorböden sind ein Kunstwerk für sich.

Der Fußboden von Santa Prassede

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