Roms Umland, Via Appia

Antikes Straßenpflaster auf der Via Appia

Zwar ist es schon zwölf Jahre her (2008), dass ich das letzte Mal auf der Via Appia unterwegs war, dennoch möchte ich an dieser Stelle einen Besuch der antiken Gräberstraße Roms empfehlen. Zum einen verirren sich nicht viele Touristen an die Via Appia, da sie weit von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Roms entfernt ist und größtenteils auch nur zu Fuß oder mit dem Rad erschlossen werden kann. Zum anderen bietet sie viel Natur und eine ganz andere Optik, als man es im Stadtzentrum erleben könnte.

Mit dem Bus 218 von San Giovanni in Laterano fährt man bis zur Haltestelle Fosse Ardeatine und läuft das Vicolo delle Sette Chiese zur Via Appia Antica. Von dort begann auch damals unser Tag an der Via Appia.

Zunächst erreicht man San Sebastiano fuori le Mura, eine der sieben Pilgerkirchen Roms (alle sieben Pilgerkirchen an einem Tag zu Fuß abzulaufen, verspricht einen besonderen Sündenablass), die direkt über den gleichnamigen Katakomben steht. Den barocken Umbau der ursprünglich von Kaiser Konstantin errichteten Basilika begann man 1612. In einer der Seitenkapellen findet man auch die Reliquien des Heiligen Sebastian.

Wer wie ich die SPQR-Krimiromane von John Maddox Roberts gelesen hat, dem ist die Familie der Meteller nicht unbekannt. Daher ist es ein besonders berührender Moment gewesen am Grabmal einer realen Metelli zu stehen, war doch ein fiktiver Verwandter von ihr die sympathische Hauptfigur der Romanreihe gewesen.

Das Grabmal der Schwiegertochter des Triumvirn Crassus (1. Triumphirat zwischen Crassus, Pompeius und Caesar) entstand in der ersten Hälfte des 1. Jhd. v. Chr.und wurde im Mittelalter von der Adelsfamilie Caetani in eine Burg umgebaut. Gegenüber steht die im 14. Jarhundert errichtete Kirche San Nicola a Capo di Bove, die Teil der mittelalterlichen Burg gewesen war. Für den Komplex Burg und Grabmal sowie kleinem Museum muss man Eintritt zahlen. Dabei lohnt es sich gleich das Kombiticket für die Villa dei Quintilli mitzubezahlen, die man später noch erreichen wird.

Il complesso di Capo di Bove

Etwa 500m nach der Tomba di Cecilia Metella erreicht man den archäologischen Park „Il complesso di Capo di Bove„. Auf knapp 8600m² sieht man noch die Reste zweier antiker Häuser mit kleineren Mosaikarbeiten. Da der Eintritt kostenlos ist, lohnt sich ein kurzer Abstecher allemal.

Grabmal entlang der Via Appia

Entlang der antiken Straße finden sich immer wieder die mehr oder meist eher weniger gut erhaltenen Reste der Grablegen römischer Familien und Einzelpersonen. Gerade das Fehlen der üblichen Geräuschkulisse Roms aus Hupen, Motorenlärm und den Sprachfetzen unzähliger Unterhaltungen verleiht diesen Grablegen eine ganz besondere, fast andächtige Ruhe und Entrücktheit. Allein dieser Stimmung wegen lohnt es sich die Via Appia zwischen San Sebastiano und der Villa dei Quintili zu besuchen.

Von den Brüdern Sextus Quintilius Valerius Maximus und Sextus Quintilius Condianus um das Jahr 150 n. Chr. errichtet, eignete sich 182 n. Chr. Kaiser Commodus die Villa, nach der Hinrichtung der beiden Brüder wegen angeblicher Verschwörung, an. Commodus ließ diese dann zu seiner Residenz ausbauen, wovon der in Teilen noch heute sichtbare Marmorfußboden der Anlage zeugt.

Dass Commodus kein einfacher Mann gewesen war, steht sicherlich außer Zweifel, der Tyrann, zu dem ihn viele Quellen seiner Zeit stilisierten dürfte er allerdings nicht gewesen sein. Auch dass es selbst als Gladiator auftrat (wie es auch der gleichnamige Film von 2000 zeigt), dürfte nicht der Realität entsprochen haben.

Nach Besichtigung der Villa geht es den gleichen Weg wieder zurück bis San Sebastiano und mit dem Bus weiter in die Innenstadt. Ungefähr 5 Stunden sollte man für diese Tour einplanen. Etwas mehr, wenn man eine weitere Anreise in Kauf nehmen muss.

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