Roms Umland, Tivoli

Eingang zur Villa d’Este in Tivoli

Um den Touristenmassen Roms zu entkommen ist es, gerade bei längeren Aufenthalten, schön auch mal einen Tag im Umland zu verbringen. Einer der spektakulärsten, wahrscheinlich aber auch bekanntesten Orte ist Tivoli. Die Kleinstadt mit nicht ganz 60.000 Einwohnern beherbergt nämlich gleich zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten. Die Sommerresidenz des römischen Kaisers Hadrian, die Villa Adriana sowie die von Kardinal Ippolito II.- d’Este ab 1560 gestaltete Villa d’Este mit ihrer grandiosen in die Hanglage eingebauten Parkanlage. Dabei empfiehlt es sich die knapp 32 Kilometer von Rom nicht mit dem Auto, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Zum einen ist der Stadtverkehr in Rom nichts für schwache Nerven und auch mit Navi keine einfache Angelegenheit, zum anderen befindet sich der Hauptbahnhof Tivoli direkt am Stadtzentrum, weswegen die Villa d’Este problemlos zu Fuß erreicht werden kann. Von Roma Termini gibt es eine Direktverbindung nach Tivoli, das man in knapp einer Stunde erreicht hat, bei der schnelleren Variante sogar in einer halben Stunde, die Kosten mit knapp 3€ pro Person weit billiger ist, als etwa ein Mietauto zu nutzen oder die Parkgebühren für das Privatauto.

Die Villa d’Este, die auf dem Gelände eines ehemaligen Benediktinerklosters erbaut wurde ist ein herausragendes Beispiel für den italienischen Manierismus, einen Übergangsstil von Renaissance zu Barock. Daher ist es dringend zu empfehlen sich die Zeit auch für eine Innenbesichtigung der Räume der Villa mit ihrem grandiosen Freskenschmuck zu nehmen. Ganz offensichtlich fanden bereits die Maler damals ihre eigene Arbeit bestaunenswert.

Auch die Fresken der Villa sind zum Staunen

Nicht weniger beeindruckend ist die Gartenanlage der Villa, deren Ausgestaltung mit über 500 Brunnen, Wasserspielen oder Grotten zu den bedeutendsten Gartenanlagen der europäischen Renaissance zählt.

Blick auf das Zentrum der Gartenanlage

Leider gibt es das Restaurant das wir damals besucht haben heute nicht mehr. Etwas abseits der Touristenwege waren meine Frau und ich in einem kleinen Fischlokal gelandet, das handwerklich hervorragende Gerichte serviert hatte. Dabei haben wir auch eine Flasche Wein getrunken, den wir bis dahin schon öfters vergeblich in Enotheken gesucht hatten, der diesen aber wohl zu einfach war. Der Satrico von Casale del Giglio ist ein Weißweincuvée aus 40% Chardonnay, 40% Sauvignon und 20% Trebbiano Giallo. Mit unter 10€ Einkaufspreis konnten wir uns nach dem Urlaub die Nachbestellung eines Kistchens mit 6 Flaschen nicht verkneifen.

Solchermaßen gestärkt stand nach dem Mittagessen noch der Besuch der Hadriansvilla auf dem Programm, wobei die Bezeichnung Villa für die Größe und Weitläufigkeit des Komplexes eine totale Untertreibung ist. Diese erreicht man aus dem Stadtzentrum Tivoli bequem per Bus, sollte aber vor der Mittagspause beim Tabacchaio (Der Tabacchiladen ist ein kleines Geschäft, erkennbar am schwarzen Schild mit dem weißen T, das vor allem Tabak, Zeitungen und eben Bustickets verkauft) die Bustickets besorgt haben, da man diese nicht beim Fahrer oder an Automaten wie in Deutschland erwerben kann. Da wir leider bzgl. Mittagspause der Geschäfte nicht mitgedacht hatten, mussten wir uns durchfragen, bis wir schlussendlich bei einer Pizzeria die Bustickets kaufen konnten.

An der Villa Adriana angekommen lohnt es sich einen Blick auf das Modell der Anlage zu werfen, um anschließend zu entscheiden doch besser eine Flasche Wasser mitzunehmen, da man sich dort problemlos mehrere Stunden aufhalten kann. Durch die Weitläufigkeit der Ausgrabung hat man auch teilweise, wenn man die Hauptwege verlässt, das Gefühl alleine unterwegs zu sein.

Das Teatro Marittimo

Das oben zu sehende Teatro Marittimo oder auch Inselpavillon, diente Kaiser Hadrian wohl als intimer Rückzugsort oder für Besprechungen. Dabei ist allein die Anlage größer als meine ganze Wohnung. Insgesamt erstreckt sich die gesamte Anlage der Hadriansvilla auf unfassbaren 125 ha, von denen noch immer knapp ein Drittel gar nicht ergraben/erschlossen sind. Die Nord-Süd Achse beträgt dabei knapp 3 Kilometer, an der breitesten Stelle knapp 1,5 Kilometer. Allein für die notwendigen Erdarbeiten dürften damals zwischen 20.000 bis 40.000 Arbeiter/Sklaven benötigt worden sein.

Impression der Weitläufigkeit dieser Anlage
Blick auf die kleinen Thermen

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